Der Begriff Fachkräftemangel ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil vieler Diskussionen geworden. Unternehmen berichten von unbesetzten Stellen, fehlenden Bewerbungen und langen Besetzungszeiten. Gleichzeitig hören wir täglich von qualifizierten Fachkräften, die grundsätzlich offen für einen Jobwechsel wären.
Deshalb stellt sich eine berechtigte Frage:
Liegt das Problem wirklich ausschließlich am Arbeitsmarkt?
Aus unserer täglichen Praxis als Personaldienstleister lautet die Antwort:
Nicht immer.
Oft beginnt das eigentliche Problem erst nach dem Eingang einer Bewerbung.
Gute Kandidaten warten nicht mehrere Wochen
Wer heute aktiv auf Jobsuche ist oder von Recruitern angesprochen wird, erhält häufig mehrere Angebote gleichzeitig.
Die Konsequenz:
Unternehmen konkurrieren längst nicht mehr nur über Gehalt oder Benefits, sondern vor allem über die Geschwindigkeit ihres Recruiting-Prozesses.
Ein typischer Ablauf sieht häufig so aus:
- Bewerbung geht ein
- Erstgespräch findet statt
- Der Fachbereich hat erst in der folgenden Woche Zeit
- Das zweite Gespräch wird terminiert
- Intern wird weiter abgestimmt
- Die Entscheidung verzögert sich erneut
Währenddessen unterschreibt der Kandidat bereits bei einem anderen Arbeitgeber.
Nicht weil das Angebot besser war.
Sondern weil schneller entschieden wurde.
Der größte Hebel liegt oft im eigenen Unternehmen
Viele Unternehmen investieren erhebliche Budgets in:
- Stellenanzeigen
- Employer Branding
- Recruiting-Kampagnen
- Active Sourcing
Diese Maßnahmen sind wichtig.
Sie lösen jedoch nicht das eigentliche Problem, wenn der interne Entscheidungsprozess zu langsam ist.
In unserer täglichen Arbeit sehen wir immer wieder, dass geeignete Kandidaten vorhanden sind. Was fehlt, sind häufig:
- schnelle Rückmeldungen
- klare Verantwortlichkeiten
- verbindliche Entscheidungen
- realistische Anforderungsprofile
Geschwindigkeit wird zum Wettbewerbsvorteil
Der Arbeitsmarkt hat sich verändert.
Vor einigen Jahren konnten Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbungen auswählen.
Heute entscheiden Bewerber häufig innerhalb weniger Tage über ihren zukünftigen Arbeitgeber.
Wer mehrere Wochen benötigt, verliert oft bereits geeignete Kandidaten, bevor überhaupt eine Entscheidung getroffen wurde.
Deshalb sollte jede Vakanz nicht nur unter der Frage betrachtet werden:
Wie finden wir mehr Bewerber?
Sondern auch:
Wie schnell können wir gute Bewerber einstellen?
Vier Fragen, die sich jedes Unternehmen stellen sollte
Wenn Stellen über Monate unbesetzt bleiben, lohnt sich ein Blick auf den eigenen Recruiting-Prozess.
Fragen Sie sich:
- Wie viele Tage vergehen zwischen Bewerbung und Erstgespräch?
- Wie lange dauert es bis zur finalen Entscheidung?
- Wer entscheidet tatsächlich über die Einstellung?
- Wie viele geeignete Kandidaten verlieren wir während des Prozesses?
Die Antworten liefern häufig mehr Erkenntnisse als die reine Anzahl eingehender Bewerbungen.
Unser Fazit
Der Fachkräftemangel ist real.
Doch ebenso real sind Recruiting-Prozesse, die gute Kandidaten unnötig verlieren.
Unternehmen, die ihre Entscheidungswege verkürzen und schneller reagieren, verschaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil – oft ganz ohne zusätzliches Recruiting-Budget.
Denn am Ende entscheidet nicht nur, wen Sie finden.
Sondern auch, wie schnell Sie sich für die richtigen Kandidaten entscheiden.
Sie möchten wissen, ob Ihr Recruiting-Prozess Potenzial bietet?
Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen Ihre aktuellen Abläufe und zeigen konkrete Ansatzpunkte auf, um Besetzungszeiten zu verkürzen und geeignete Kandidaten schneller einzustellen.
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